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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist es wirklich "nur" grauer Star oder auch PRA?


Pixy Fay
13.05.2014, 15:31
Hallöchen an alle,
ich mache mir ein wenig Gedanken über meinen Spike. Er ist ein 8,5 jähriger Huskymix.
Vor etwa einem Monat habe ich bemerkt das die Augen, genauer die Linsen, von Spike etwas trüb geworden ist. Daraufhin bin ich zu meiner Haustierärztin gegangen um das erst einmal oberflächlich abklären zu lassen.
Sie meinte dann sie traue sich eine Diagnose nicht zu. Man könne aber eine Trübung erkennen die am linken Auge ausgeprägter ist als am rechten. Zusätzlich ist die linke Pupille auffällig da sie immer größer ist als die rechte.
Deshalb war ich letztes Wochenende in einer Tierklinik mit einem Arzt der sich auf Augenkrankheiten spezialisiert hat. Ich wurde natürlich nach Symptomen gefragt.
Da waren schon ein paar Auffälligkeiten.
- Seit Junghund hat er beim Fahrradfahren einen Bogen um das Rad gemacht. Jetzt muss ich aufpassen das ich ihn nicht anfahre.
- Er erschreckt doch recht häufig.
- Er fixiert etwas in Entfernung obwohl da nichts ist. Er strebt auf diesen fiktiven Punkt zu und bemerkt irgenwann das da wirklich nichts ist.
- Manchmal rammt er Möbelstücke. Da weiß ich aber nicht ob das der Übermut ist.
- Wenn im Flur plötzlich das Licht ausgeht verpasst er manchmal die Stufe. Und in der Dämmerung tritt er manchmal ins Leere neben die Bordsteinkante.
- Wenn ich ihn im Dunkel mit Blitz fotografiere leuchtet das linke Auge extrem.
Der Arzt meinte das es sich um beginnenden grauen Star handelt. Nebenbei hat er noch fallengelassen das bei seinem linken Augen die Netzhaut nicht richtig durchblutet wird. Das mit dem leuchtenden Auge währe nur ein Fehler beim fotografieren.
Ich habe natürlich im Netz nachgeschaut was an der mangelnden Durchblutung dran ist und was man dagegen machen kann. Irgendwie bin ich bei der Netzhautdegeneration - PRA hängen geblieben. Davon hat dieser Arzt aber nichts erwähnt.
Deshalb frage ich euch die vieleicht bereits Erfahrung damit habt nach eurer Einschätzung. Können das bereits Symptome dieser Augenkrankheit sein?
Es scheint aber nur das linke Auge betroffen zu sein.
Kennt ihr ein paar einfache Tests wo man die Sehfähigkeit kontrollieren kann?

Ich danke euch bereits vielmals für eure Hilfe.
l.G. Pixy Fay

Alex70
13.05.2014, 17:03
Ich habe zwar keinen blinden oder sehbehinderten Hund, wollte aber einen aufnehmen (es kam dann alles anders aber egal). Das war auch der Grund, warum ich mich hier angemeldet hatte. Ich habe keine Erfahrungen mit Augenerkrankungen, außer das meine Emma alterstrübe Linsen hat, was sich allmählich eher als Grauer-Star bezeichnen lässt.

Du wirst hier sicher einige Tipps und Ratschläge bekommen und ich denke du kannst vielleicht auf der Seite http://www.Blinde-Hunde.de auch noch ein par gute Informationen gerade zu verschiedenen Augenerkrankungen finden.

Hier ein Auszug:
PRA (Progressive Retina Atrophie = Netzhautdegeneration)
Bei der Frühform, werden die Hunde bereits mit 12 Monaten blind, bei der Spätform erst im Alter von 3-6 Jahren.
Sie wird rezessiv vererbt, d.h. die Eltern sind Träger dieser Erberkrankung auch wenn sie bei ihnen nicht unbedingt zum Ausbruch kommt.
Anfangs sind lediglich die Pupillen vergrößert und leuchten im Dunkeln auffallend grün. Zunächst wird der Hund Nachtblind, später auch tagsüber. Im Alter von ca. 9 Jahren kommt es zur vollständigen Erblindung. Die Netzhaut hat sich aufgelöst und das Licht fällt direkt auf die dahinter liegende Schicht, das Tapetum. Das Tapetum lucidum ist eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut von Nachtaktiven Tieren. Diese Schicht spiegelt das Licht, das die Netzhaut bereits passiert hat, nochmals zurück, so dass die Sinneszellen ein zweites Mal gereizt werden, was das Sehvermögen in Dämmerung und annähernder Dunkelheit stark verbessert. Allerdings mit Beeinträchtigung des Scharfsehens. Daher sehen Hunde im Dunkeln nicht deutlich im Sinne von Scharfsehen, aber heller und somit schneller erkennbar als für uns Menschen. Da nun keine Netzhaut mehr vorhanden ist, sehen wir das reflektierende Licht in einer strahlend neon-grünen Farbe.
Bei einigen wenigen Hunderassen (Irisch-Setter, Portugiesischer Wasserhund, etc.) besteht die Möglichkeit, mit einer kleinen Blutprobe eine DNA-Analyse durchzuführen. Damit werden befallene Tiere bereits im Welpenalter mit 100% Sicherheit identifiziert.
Eine Behandlung ist nicht möglich. (Quelle: http://www.blinde-hunde.de/krankheiten/index.html).

Ich würde unbedingt noch einen weiteren Augenfacharzt aufsuchen.
Ich wünsche euch, vor allem Spike alles, alles Liebe und Gute und drücke fest die Daumen, dass es doch nicht ganz so dramatisch ist. :daumendruecker:

LG
Alex.

blue_angy
16.05.2014, 07:36
Hallo Pixy Fay,

vom Prinzip her und auch von deinen Erläuterungen her würde ich tippen dass dein Spike sein Augenlicht verliert, zumindest einseitig!!

Ich persönlich würde mich noch nicht irre machen lassen, sondern erstmal noch zu einem weiteren Augenspezialisten gehen.

So richtig richtig gute Augenärzte haben wir in Dreieich/Langen und in Pohlheim bei Gießen. Ich weiß jetzt aber nicht wie weit weg das von dir ist.

Prinzipiell ist es nichts schlimmes wenn dein Hund erblinden sollte. Unsere lieben Pelzträger gewöhnen sich schnell an Veränderungen und arrangieren sich um. Du kannst aber nun anfangen ihm ein paar Hilfskommandos anzutrainieren.
Vorsicht/Achtung = Warnung vor Gegenständen
Halt = stehen bleiben weil Gefahr droht (Fahrrad, Auto...)
Stufe = Treppen ansagen

das sind so die wichtigsten Kommandos die wir auch sehr verinnerlicht haben! Unser Huskymix ist ganz blind, ihm mussten die Augen entfernt werden. Allerdings bin ich ehrlich. So im nachhinein kommt er erst seit der kompletten Erblindung so richtig gut klar. Dieses teilweise noch was sehen (Licht, Schatten, Bewegung...) hat ihn auch öfters verunsichert!! Also Kopf hoch, das wird!!

Schau mal hier. Das ist zum Beispiel auch die Seite von der Augenärztin in Dreieich. Sie hat viel "Wissenswertes" auf ihrer Seite:

http://www.tieraugenpraxis.de/default.aspx?PageId=18

Capi
17.05.2014, 14:07
Servus,
so wie du das beschreibst, scheint er schon länger nicht so gut zu sehen. Aber, wie die anderen schon geschrieben haben, ist das für den Hund kein so großes Problem. Meine Kleine ist auf einem Auge blind und auf dem anderen sieht sie auch nicht alles. Aber sie stört das nicht. Als Mensch merkt man ganz schnell, wie man am besten mit ihnen kommuniziert. Ich denke, daß wichtigste ist, daß er keine Schmerzen hat wg. z.B. Augedruck oder so. Alles andere ist nicht so schlimm.
Grüße,
Linda, Seniorin Tara (sieht und hört nicht mehr so gut) und dem rollifahrenden Einauge Caprioara