PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : SARD + Kortison = Hoffnungsschimmer?


Verena80
03.09.2006, 13:11
Hallo ihr Lieben,

nochmal vielen Dank für eure herzlichen Willkommensgrüße
Meine Gismo ist ja jetzt seit einer Woche blind und bekommt seitdem Kortison. Also mal davon abgesehen, dass so eine Kortisonbehandlung wirklich mega stressig ist ( nachts muss ich bis zu 3 mal raus mit ihr ) , hat vielleicht jemand von euch ( evtl. Vera, Usch) Erfahrung, wie sich eventuelle Fortschritte bemerkbar machen?
Ich bilde mir ein, dass Gismo nachts, wenn nur das Licht im Hausgang an ist, die Treppen ( 3 Stockwerke!! ) fast völlig fehlerfrei hinunterläuft, jedoch sobald es draussen hell wird und Licht zu den Fenstern rein kommt, zitternd die Stufen runterschleicht und auch öfter mal von mir am Geschirr aufgefangen werden muss? Kann es sein, dass sie evtl. doch wieder ein bissel sieht, und tagsüber geblendet ist? Ich glaub Usch hat auch berichtet in ihrem Thread, dass ihre Elli nachts um einiges sicherer war.

Hab Freitag in der Klinik niemand erreicht, und wurde leider auch nicht zurückgerufen. Würde gern nochmal ein ERG machen lassen. Meine Mum hat allerdings bedenken, ob die Untersuchung nicht das bisschen Sehkraft, dass evtl. da ist, durch die Lichtimpulse bei offener Pupille schädigen könnte? Wie denkt ihr darüber?

Viele liebe Grüße, Verena & Gismo

Vera
03.09.2006, 16:31
Liebe Verena,

ja, diese mega-stressige Kortisontherapie haben wir auch hinter uns gebracht...leider ohne Erfolg...Kortison hat auch jede Menge schlimmer Nebenwirkungen, am besten kann Dir unsere Usch darüber berichten.... Bei Dana ist GsD bisher nichts dergleichen aufgetreten.....

Während der K-Therapie habe ich meine Dana auch wie einen Lux beobachtet und hier und da gemeint, das sich doch etwas tut....mittlerweile weiß ich, das sie nur excellent versucht hat, sich auf die neue Blindheits-Situation einzustellen.... Heute ist es auch ganz oft so, das ich denke, mensch, die sieht Dich doch, die "schaut" doch genau in Deine Richtung, wenige Sekunden später läuft sie dann, weil Frauchen mal wieder nicht aufgepasst hat, fast irgendwo vor....

Bei Dana habe ich eher den Eindruck, dass sie sich bei Tageslicht und wenn es in Räumen hell ist, sicherer fühlt, als bei Nacht, oder aber in dunklen Räumen... Deshalb gehe ich davon aus, das sie noch etwas Hell und Dunkel wahrnehmen kann....

Vielleicht nimmt Deine Gismo bei Tageslicht noch einige "Schemen" wahr und diese machen ihr dann Angst, weil sie es nicht genau erkennen kann.... Dies zeigte meine Dana gerade auch in den ersten 2,5 Wochen ihrer Blindheit....

Wir drücken auch alle Daumen & Pfoten, dass ihr doch Glück habt und die K-Therapie, Gismo vielleicht helfen kann !!!

LG
Vera

Usch
03.09.2006, 17:23
Hallo Verena,

aaalso, das Cortison hat Elli ja wegen ihrer Schmerzen im Halsbereich und ihren Gehprobleme bekommen. Zu dieser Zeit wußten wir noch nicht, daß sie Staupe und Neospora hat. Die Gabe von Cortison ist dann fatal, weil die Neosporen streuen daraufhin. Bei uns heißt es: nie wieder Cortison.

Eine Besserung der Sehkraft ist bei uns nie eingetreten. Elli erblindete völlig innerhalb von 3 Tagen irreversibel.

Ich hatte anfangs tatsächlich den Eindruck, daß Elli nachts besser geht als tagsüber.

Wir sind aber vorher schon immer nachts eine gute Stunde über die Äcker gerannt. Romeo an der Laufleine und Elli lief frei. Sie war immer halbwegs in Taschenlampen-Sichtweite und ließ sich gut abrufen. Aber oft habe ich mich gefragt, wie sieht die noch irgend etwas? Wo wir wohnen ist weit und breit gar nix, entsprechend stockdunkel ist es nachts.

Ich vermute einfach, daß sie draußen jeden Stein und jeden Baum kannte. Nachts ist es auch viel stiller, das macht die Orientierung leichter. Wenn du mal ein Autofenster öffnest und raushörst, wirst du genau merken, wann du an einem Haus oder an einer Mauer vorbeifährst. So stelle ich mir das vor, wenn sie nachts zwischen den Bäumen rumrannte, vielleicht ein wenig wie ein Echolot.

Wie Vera vermute ich, daß deine Gismo tagsüber noch Schemen wahrnimmt, die ihr aber nicht helfen sondern sie eher verunsichern.

Ob ein ERG eher für die verbliebene Sehkraft schädlich ist, kann ich leider nicht beurteilen. Ein verantwortungsvoller und kompetenter TA wird dich doch sicher gut beraten.

Ich drücke Gismo die Daumen, daß die Behandlung anschlägt. Dann ist 3 mal rausgehen müssen auch nicht mehr so schlimm, gell?

Vera
14.09.2006, 21:11
Hallo Verena,

wollte mal hören, ob es etwas Neues von Deiner Gismo gibt....

LG
Vera

Verena80
15.09.2006, 09:28
Hallo Vera,

sorry, dass ich so selten reinschauen kann, aber zur Zeit wächst mir irgendwie alles über den Kopf....
Nein, von Gismo gibt es leider nix neues...War Mittwoch vor einer Woche ja beim TA zur Nachuntersuchung, da Gismo aber keinen Augenschutzreflex zeigte (der TA hat mit der Hand richtung Auge geschlagen) hat er gemeint, wir können das Kortison absetzen und Gismo nicht länger unnötig belasten, es hat wohl nicht angeschlagen...Naja, damit hatte ich schon fast gerechnet...
Aber es ist unheimlich aufbauend, wenn man sieht, wie sie sich in den fast drei Wochen seit der Erblindung entwickelt hat. Auf der gewohnten Runde draussen ist sie echt fit, treppensteigen geht so langsam auch ohne größere Unfälle und seit sie kein Kortison mehr bekommt, ist das Schwänzchen auch wieder oben (ich muss euch jetzt endlich mal Bilder zeigen....) Sogar ins Auto rein und raus springt sie wieder, dass rein und raus getragen werden ging ihr wohl ziemlich auf den Geist

Werde ihr aber auf jeden Fall noch so ein Blinden-Halstuch bestellen, damit die Leute bissle vorsichtiger sind und vielleicht auch mal auf die Idee kommen auszuweichen anstatt blöd zu motzen, warum man mit Hund nebeneinander auf dem Gehsteig laufen muss

So, das war mal in Kürze der aktuelle Stand

Viele liebe Grüße, Verena & Gismo

Evelyne
15.09.2006, 09:56
Hallo Verena,

es ist schön zu lesen, dass sich Gismo so gut daran gewöhnt hat ohne vollständiges augenlicht klar zu kommen. Das mit dem Halstuch finde ich auf alle Fälle sehr empfehlenswert.
Als schutz für Gismo und gleichzeitig um den Mitmenschen zu zeigen auch ein "blinder" Hund hat Lebensfreude.

LG Evelyne

Vera
15.09.2006, 11:56
Liebe Verena,

schön, dass ihr allmählich besser mit der Situation zurecht kommt

Ich weiß, es ist nicht einfach, aber, ihr seit auf dem besten Weg... Man erfreut sich an jeglichem Fortschritt, auch wenn er noch so klein ist, gaaaz wichtig, immer Deine Gismo loben, loben, loben, dass stärkt ihr Selbstbewußtsein und sie wird noch besser mit der Situation klar kommen...

Freue mich schon auf Bilder von Deiner Gismo

LG
Vera


P.S. Das Blindi-Tuch ist wirklich goldwert, viele Menschen sind rücksichtsvoller und man hat auch nicht mehr soviel Probleme mit anderen Hundehaltern... Wir reagiert Deine Gismo auf andere Hunde ???

foodas
30.08.2012, 10:14
Hallo, dieser Thread ist zwar schon uralt, aber wir sind gerade in einer ähnlichen Situation wie oben beschrieben:

Unser Kasper ist seit ein paar Wochen erblindet (SARD) und bekommt Cortison in der Hoffnung, dass dieses noch ein klitzekleines bisschen bewirkt. Laut Arzt ist dies zwar sehr unwahrscheinlich, aber einen Versuch wert, weil Kaspers Netzhaut bisher noch völlig unauffällig ist. Bei der letzten Kontrolle (nach 14 Tagen Prednisolon 10mg/Tag) hat Kasper wieder auf Lichtreize reagiert. Deshalb bekommt er nun weiterhin Prednisolon (eine Woche lang 7,5mg, dann nur noch 5mg), nächste Kontrolle Mitte September.

Von Ina (www.blinde-hunde.de (http://www.blinde-hunde.de)) habe ich bisher den Hinweis bekommen, dass es nichts bringt. Hier scheint es ja auch keinen Erfolg gehabt zu haben. Gibt es denn irgendwen, der damit gute Erfahrungen gemacht hat??
Viele Grüße
Ruth