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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bericht: In der Tierklinik wegen Katarakt


Eulenhaus
05.08.2009, 11:20
Liebe Forums-Freunde.

Gestern waren wir nun mit unserem Caro in der Nähe von Lüneburg in einer Tierklinik mit Fachbereich Augenheilkunde.

Das Ergebnis ist wie vermutet und ja auch deutlich zu sehen: Katarakt. Es ist ein mittleres Stadium. Das bedeutet, dass am Rand der Linsen noch klare Bereiche vorhanden sind. Damit hatte sich dann unsere Beobachtung, dass er seitlich noch so einiges – nicht nur Schatten - erkennen kann, bestätigt. Frontal geht noch hell/dunkel. Der Augendruck ist völlig normal. Die Netzhaut und auch alle anderen Augenbereiche sind in einem sehr guten Zustand.

Dazu muss ich sagen, dass seine Augen, als er zu uns kam, etwas trocken-trübe wirkten und der weiße Bereich gerötet und mit kleinen Knötchen besetzt. Als Sofortmaßnahme haben wir 2 x tgl. künstliche Tränen eingeträufelt. Binnen kurzer Zeit wurden die Augen klar (bis auf die Linsen natürlich) und auch die anderen Symptome verschwanden.

Außer einer OP kann man gegen den Katarakt nichts machen. Davon hat die Tierärztin aber abgeraten. Das hat natürlich hauptsächlich mit seinem Alter zu tun. Wenn er sich in seiner gewohnten Umgebung frei und sicher bewegt, sollte man ihm das nicht mehr zumuten. Zugegeben, wir hatten in eine OP schon Hoffnung gesetzt und waren zeitweise sehr euphorisch. Aber man muss dann den Teppich auch mal wieder landen und daran denken, dass es nicht um das medizinisch machbare, sondern um das für den Hund sinnvolle geht.

Die Ärztin hat die Chance aufgezeigt, dass der Prozess der Verschlechterung bei ihm so langsam verläuft, dass er bis zu seinem seligen Ende immer noch etwas Sehvermögen behält. Voraussagen kann man das nicht. Der Augendruck sollte jährlich geprüft werden, weil aus einem Katarakt manchmal auch ein Glaukom werden kann. Diese Gefahr sieht sie aber derzeit noch überhaupt nicht.

Insgesamt sind wir sehr froh, dass er eine so eine gute Prognose hat. Seine Blutanalyse, die wir im Zuge der Zahnsanierung haben machen lassen, spricht auch von strotzender Gesundheit.

Was will man mehr bei einem Hund, der im April noch - von Flöhen halb nackt gebissen und mit unbehandelter Herzinsuffizienz – herrenlos durch die Gegend gehumpelt ist?

Viele Grüße, Katja

Marty
05.08.2009, 14:17
Hi Katja,

danke für den ausführlichen Bericht ... :smile2:

Ich muss Dir zustimmen, medizinisch (operativ) sind sicherlich heute viele Dinge möglich, die noch vor Jahren undenkbar waren.

Ich bin Deiner Meinung, dass man immer abwägen muss, ob es für die Hunde, gerade auch für die alten Hundis, immer sinnvoll ist. Eine Operation ist eine immense Belastung und wenn der Hund schmerzfrei ist (und ich denke, das dies das Wichtigste ist) und mit seiner Einschränkung zurecht kommt, dann sollte man ihn "in Ruhe" lassen und den weiteren Verlauf unter Beobachtung halten ...

Ich freue mich, dass das Blutbild trotz seines vorherigen Zustands einen kerngesunden Hund zeigt ... :mx46: - das sind doch wirklich tolle Nachrichten ... :smile2:

Katja
05.08.2009, 21:16
Huhu Namensvetterin,

Fips hatte die gleiche Diagnose, allerdings mit knapp 5 Jahren. Trotzdem haben wir uns gegen eine OP entschieden. Festgestellt im November 2003, bis dahin sah Fips Jahr so aus: Mai Kastration, Juni allergischer Schock, Juli Ellenbogen-OP, August Ellenbogen-OP, dazwischen die ganze Zeit Physiotherapie und das als Dreibein. Noch bevor wir das Klinik-Gebäude verlassen hatten war uns klar, das nicht auch noch, nicht, so lange er gut zurechtkommt.

Bis er letztendlich vollständig erblindet ist, hat es nochmal rund 5 Jahre gedauert. Ihn hats weder jetzt noch die ganzen Jahre vorher gestört, also hats mich auch nicht zu stören :wink3:

Eulenhaus
06.08.2009, 09:45
Hallo Marty und Katja.

Danke für den Zuspruch.

Katja, das macht mir Hoffnung, dass es so lange dauert, bis die vollständige Erblindung kommt. Wie gesagt, es ist ja fraglich, ob er es überhaupt erleben wird.

Wenn doch. Nun gut, in Haus und Garten und auf den gewohnten Spazierwegen findet er sich inzwischen sicher zurecht. Sein Gehör funktioniert eigentlich auch immer besser. Das war unsere Sorge, dass beide Sinne ausfallen. Nun wird es sicher nicht so sein, dass er real mehr hört, aber die Informationverarbeitung einfach besser funktioniert, weil er sich sicher fühlt und einen geregelten Tagesablauf hat. Er ist inzwischen auch viel weniger tüdelig. Zu Anfang war das sehr auffällig. Veilleicht haben sich ja doch noch ein paar Belege auf den Synapsen wieder aufgelöst :d060:.

Viele Grüße, Katja