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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alter Hund taub und Blind


Sunny0407
02.09.2013, 10:55
Hallo zusammen,
habe mal eine Frage: Und zwar besitze ich einen 14 Jahre alten Jack Russell Terrier. Sie ist nun schon seit ca 2 Jahren taub und musste im vergangenen Jahr ein Auge entfernt bekommen. Nun ist sie seit gestern ganz plötzlich auf dem anderen Auge blind. Laut TA kann man leider nichts mehr machen. Davor konnte sie zumindest noch hell und dunkel erkennen, womit sie wunderbar klar kam. Nun ist sie komplett orientierungslos, irrt umher, läuft im Kreis und stößt überall gegen. Sie ist eigentlich noch sehr fit für ihr Alter, hat ein sehr starkes Herz und hat auch sonst keinerlei Schmerzen. Der TA man sollte sich mit dem Gedanken beschäftigen sie einzuschläfern. Ich kann mir das aber kaum vorstellen. Kann nicht einschätzen wie viel Lebensqualität sie noch hat. Hat jemand ggf. Erfahrungen mit tauben UND blinden Hunden?

VG
Valerie

an.cz
02.09.2013, 12:12
Bekannte hatten einen tauben und blinden Welpen - sie haben dann mit einem Vibrations-Halsband gearbeitet.
Hat gut geklappt.

Alex70
02.09.2013, 19:24
Ich habe leider (oder glücklicher Weise) keine Erfahrung mit Taub und Blind :mx35:, habe aber schon Berichte gelesen, in denen man immer zu dem Schluss kam, das eine Verständigung durchaus möglich ist. So unschöne Sachen, wie von Dir beschrieben, Orientierungslosigkeit, überall dagegen laufen... wurde da auch berichtet. Es hieß jedoch, dass sie das nach einer Weile in wohlgefallen aufgelöst hätte (also weitgehend - in bekanntem Gelände versteht sich).

Du musst Dir vorstellen, dass Du plötzlich blind bist. Da verliehrst Du auch erstmal kommplett die Orientierung, bis Du gelern hast damit umzugehen. Ich denke dem Hund geht es genau so. :c0301:

Wie viel Lebensqualität sie noch hat, denke ich, kann nur sie selbst einschätzen aber ich denke wenn sie sonst noch fit ist wird sie Dir diese Frage in ein par Tagen / Wochen beantworten.

Sicher werden sich hier noch Leute melden, die mehr Ahnung haben. :smile2:

LG
Alex.

blue_angy
02.09.2013, 20:06
Mein Hund ist zwar "nur" blind, aber ich denke es ist nun erstmal die Umstellung... die Orientierunglosigkeit ist normal. Das Tier muss sich seine Wege nun neu einprägen. Was allerdings schwer ist, du kannst nicht helfen. Du kannst nicht warnen oder durch klopfen auf Sachen aufmerksam machen.

Ich bin ehrlich... ob ich einen Hund leben lassen würde wenn er weder Augen noch Ohren nutzen kann weiß ich nicht. Das finde ich sehr schwer. Wir warnen Janto oft akustisch vor Gefahren, aber auch das geht bei dir nicht und ob du einen 14jährigen Hund noch an Sachen wie ein Vib.-Halsband gewöhnen kannst finde ich eher fraglich.

Draußen muss sie nun natürlich dauerhaft an der Leine bleiben, denn du kannst sie ja nicht mehr zu dir "beordern" und ob sie drinnen bald zurechtkommt müsst ihr abwarten.
Wir hatten uns bei Janto eine Frist gesetzt. Hätte er sich nicht innerhalb unserer Frist alleine zurechtgefunden hätten wir ihn erlöst.

Katja
02.09.2013, 20:50
Huhu Valerie,

ich finde schon, dass auch taub und gleichzeitig blind nicht generell ein Argument fürs einschläfern ist.

Eine frühere Freundin hatte einen kleinen Malteser, mittlerweile dürfte er wohl nicht mehr leben. Er war vermutlich von Geburt an taub und wurde beim Vorbesitzer so vernachlässigt, dass ihm beide Augen entfernt werden mussten. Der war der Knaller! Keine Angst vor gar nix, ist sogar auf den Küchentisch geklettert und hat sich Opa´s Bohneneintopf schmecken lassen :giggleswe: Und glaub mal, dass alle anderen Hunde dort in der Pflegestelle jede Menge Respekt vor ihm hatten! Wenn er sich draußen im Garten mal "verirrt" hatte, hat er einfach so lange gebellt bis einer kam und ihn gerettet hat. Der wusste sich sehr wohl zu helfen!

Der Pimpf hat mich damals sehr geliebt, aufgrund der Entfernung konnte ich ihn nicht allzu oft besuchen. Aber wenn, dann war das immer ein Schauspiel! Wenn ich ins Zimmer kam, konnte er noch so fest schlafen, es hat maximal ein paar Minuten gedauert, dann ging der kleine Kopf hoch, die Nase in die Luft, einmal kurz gewittert - und dann ging die Post ab :smile2: Der war echt so süß, da gab es überhaupt keinen Zweifel daran, dass er jede Menge Lebensqualität hat.

Odin
02.09.2013, 22:30
Das hört sich gut an, Katja. :smile2:

Unser uralter Pudel Pedro kam damit eigentlich gut zurecht. Bei ihm war es zum Schluss mit 20 Jahren eher das Alter und seine Tüddeligkeit, die es ihm erschwerte.
Kannst seine Bilder in seinem Thread gerne mal an gucken und entscheiden, ob der alte LockenWolf Lebensqualität hatte oder nicht.

Ich denke, es kommt immer auf den Hund an..

sukadeva
02.09.2013, 23:14
Meinem alten, fast taub und blind gewordenen Dackelpudelmix hat zum Schluß die Leine bzw. Flexileine viel geholfen. Es war seine Verbindung zu mir die ihm Sicherheit gegeben hat.
Ich fands nicht schlimm ihn nicht mehr ohne Leine laufen lassen zu können.
So konnte man noch relativ entspannt kurze Strecken spazieren gehen ohne ständig auf habt acht sein zu müssen. Ich denke schon dass solche Hunde noch Lebensqualität haben wenn sie keine Schmerzen haben. Es ging halt langsam vor sich und nicht von einem auf den andern Tag. Das ist sicher viel schwerer aber bestimmt nicht unmöglich. Der Wauz muß sich erst zurecht finden. Gib ihm eine Woche und überleg dann neu würde ich vorschlagen.

Capi
04.09.2013, 09:47
Mein altes Mädchen zwar ist nur taub. Beim Gassi gehen treffen wir aber manchmal alte Hunde die taub und blind sind. Nach Angaben ihrer Besitzer hatten die nach kurzer Zeit keine Probleme mehr im gewohnten Umfeld. Sie mußten sich nur neu orientieren. Draußen laufen sie an der Leine und das geht prima. Bei mir um die Ecke ist ein sehr alter großer Hund, der nur noch kurze Gassis macht und ein nicht ganz so alter kleiner Hund, der durchaus noch längere Strecken Gassi geht.