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Alt 20.12.2008, 23:38   #1
Kim
Strubbel
 
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Standard Agility mit blindem Hund

Die Sache mit dem Agility war ein einmaliges Ding. Jamie hat das zwar riesen Spaß gemacht, aber für ihre Knochen wäre die dauerhafte Ausübung dieser Sportart absolut schädlich da zu oft gesprungen werden muss. Es soll nur aufzeigen dass Agility auch mit blinden Hunden funktioniert. Die Übungen wo nicht gesprungen wird sind sehr gut für das Körpergefühl des blinden Hundes. Diese Dinge kann man auch gut beim alltäglichen Gassi mit einbauen. Irgendwo findet man immer etwas wo der Hund drauf balancieren kann oder rauf und runter kletter.

Der Steg

Ich habe einen Finger lose ins Halsband gehakt und mit der linken Hand den weg "geklopft". Jamie ging anfangs zögerlich wegen dem unbekannten und schmalen Untergrund, aber sie gewöhnte sich schnell an den Holzuntergrund und find an zielstrebig den Steg hochzulaufen.

Vorsicht: ist man sich selber nicht sicher dass der Hund zu "Eskapaden" neigte, wie plötzliches umdrehen oder seitwärts ausbrechen, wäre es ratsam dem Hund ein Geschirr anzuziehen womit man ihn dann besser führen kann. Am Besten dann mit einer weiteren Person auf der anderen Seite des Hundes die im Notfall auch eingreifen kann.





Die Wippe

Hier ein Beispiel wie man es nicht machen sollte. :-) Jamie ist realtiv unerschrocken was sowas anbelangt, von daher war es für sie kein Thema als die Wippe mit einem Krach nach unten flog.

Der Anfang war noch gut, Jamie lief ohne das ich den Weg klopfen musste, den Steg der Wippe hoch. Meine Hand hielt ich nur als seitliche Orientierung an ihre linke Schnauzenseite.





A-Wand

geschätzte Höhe, 1.60m. Jetzt denkt man vielleicht, wie kann sie, da hat Jamie gerade mal den Steg und die Wippe geschafft und soll eine A-Wand laufen. Aber, nach dem Steg habe ich bemerkt wie es in Jamie explodierte, sie war neugierig und voller Eifer ob des Lobes das ich überschwenglich an sie verteilte und wir haben natürlich nach jedem Hindernis erstmal eine Pause gemacht. Jamie hat natürlich gespürt dass ich richtig Stolz war und das sprang auf sie über. Jedenfalls spürte ich dass wir das versuchen können ohne einen Rückschlag zu erleiden.

Aber hier schickte ich Aaron dennoch voran. Er kennt zwar keine A-Wand aber er ist ein guter Kletterer der nie auf die Idee käme von oben einfach runterzuspringen. Jamie wurde hibbelig und wollte hinter ihrem Kumpel her.

Auf dem Junghund-Parcours sind die Geräte um einiges kleiner. Und Jamie lief die Mini-A-Wand komplett alleine ohne dass ich dabei stand. Ich stelle sie nur davor und habe "rüber" gesagt.







Die Hürde

Da Jamie das Kommando "Hopp" kennt war die Hürde kein Problem. Hund vor die Hürde setzen, auf die andere Seite gehen und mit Hopp Hier rufen.



Der Reifen

Einen Sprung über Hindernisse kennt Jamie, aber einen Sprung durch einen Reifen, das kannte sie nicht. Ich habe sie an dem Reifen riechen lassen so lange sie mochte, sie dann davor abgesetzt und bin auf die andere Seite gegangen. Mit "Hopp" "Hier" rief ich Jamie und sie sprang mittendurch. Wie auch immer, sie verinnerlicht räumliche Dinge in Sekunden und verwertet diese entsprechend. Deshalb klappen solche Übungen mit ihr immer sofort.




Der Tunnel

Tunnel? Gar kein Thema. Da gehen wir einfach mal so durch.
Erst Aaron der auch hier den Vorläufer spielte und Kimba. Dann folgte Jamie den beiden einfach. Spielte mehrfach im Innern des Tunnels Kreisel und kam dann auf rufen ans andere Ende. Nach ein paar Widerholungen lief sie zielstrebig durch.

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liebe Grüße Heike mit
Jamie, Aston, Indiana und
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Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.

(Epiktet)






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Alt 20.12.2008, 23:48   #2
Petra
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Respekt!
Ich denke, es gehört sehr viel Vertrauen dazu, einen blinden Hund durch so einen Parcour zu führen. Alle Achtung!
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Liebe Grüße
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"Dass einmal das Wort TIERSCHUTZ erfunden werden musste,
ist eine der blamabelsten Angelegenheiten menschlicher Entwicklung."

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Alt 21.12.2008, 00:20   #3
Kim
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Danke

Stimmt, Vertrauen ist wichtig. Das kann man sich aber gerade mit solchen Übungen erarbeiten. Es ist nicht die Voraussetzung um einen Parcour zu bewältigen. Das Miteinander etwas machen, gemeinsam, das bringt einem sehr viel.
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Alt 25.03.2009, 21:22   #4
flychen
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Klasse Heike!!

Kannst stolz sein!

Hab hier auch noch Agilityfotos von der Fly!

Steg:



Fly auf dem Steg. Ich muß nur aufpassen, das sie schön mittig bleib und nicht so schnell drüber saust!




Der Abgang! Schön langsam!





Wenn ich Fly beim einfädeln in den Slalom helfe, hat sie keine Problem ihn voll durchzulaufen!





Ein "Hopp" und Fly spring über die für sie auf niedrig gelegten Hürden!



Der Tunnel, auch kein Problem!
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Barbara mit Twix, Ruby, Ayla und der blinden Fly (verst. 20.02.2012) und Ann (verst. 28.05.2014) im Herzen

Geändert von flychen (25.03.2009 um 21:27 Uhr)
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Alt 26.03.2009, 00:02   #5
Kelly
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Hallo Heike,

wir haben ja inzwischen einen Hundeplatz mit "Behindertengruppe" gefunden. Hier wird zwar kein wirkliches Agility gemacht, aber Teile daraus. Ich habe selbst auch die Erfahrung gemacht, dass Klopfen gut funktioniert - Kelly reagiert auch auf Fingerschnippsen sehr gut. Was bei uns überhaupt nicht funktioniert ist das Locken mit einem Leckerlie. Das hatte die Trainerin vorgeschlagen und danach wird sie am Ende so gierig, dass sie sich nicht mehr auf die Übung konzentriert. Das Schnippsen funktioniert beim Slalom auch super gut. An viel mehr als Hängebrücke und Slalom haben wir uns bisher noch nicht gewagt - folgt aber noch.

Viele Grüsse
Melanie
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