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Alt 29.05.2010, 08:02   #1
Wonda
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Standard Blinder Jagdpodenco

Hallo an alle!

Unser Suerte (POdenco Andaluz) ist nun fast schon ein Jahr bei uns und wir genießen es. Im Haus ist er anhänglich, verschmust, einfach nur lieb. Aber draußen... Inzwischen nimmt er Radler, Wanderer, Autos, Traktoren gelassen hin. Andere Hunde.... geht so, sind ihm halt verdächtig, weil er sicher in seiner Blindheit in Spanien schon attackiert wurde. Da sind wir grad bei einer Trainerin mit Assistenzhunden, um ihm mehr Sicherheit bei der Begegnung zu verschaffen.

Aber der Jagdtrieb... Wenn wir ihn loslassen würden, würde er ab gehen wie Schmidts Katze, blind oder nicht. Seine große Leidenschaft sind sicher Hasen, denn wenn er die wittert, ist er sehr aufgeregt. Wir wollen nun mal anfangen, ihm künstliche Hasenschleppen zu legen, damit er kontrolliert seinen Jagdtrieb ausleben kann. Nur hetzen Podencos normalerweise halt in der Meute und über eine längere STrecke. Das können wir ihm natürlich nicht ermöglichen, obwohl er es auch blind machen würde, dann halt immer der Nase nach.

Leckerlesuchspiele interessieren ihn nur äußerst gering. Während unser Bretone das den ganzen Spaziergang lang machen könnte, schnuppert Suerte nur kurz und läßt das Ding dann meistens links liegen. Grad findet er WEißwurst ganz lecker, aber das ändert sich schnell. FREssen ist draußen einfach nicht sein Ding. Ich habe mir heute einen Felldummy und Kaninchenduft ausgeliehen und damit wollen wir mal versuchen, ihn mit einer Schleppe auszulasten oder ihn dem Geräusch des Dummys an der Reizangel nachzugehen.

Hat jemand das schon mal mit seinem blinden Hund, der sehr jagdlich hetzorientiert ist, gemacht? Ich bräuchte da dringend einen Erfahrungsaustausch. Wir sind damals, als er einzog, ganz naiv davon ausgegangen, dass ein vollständig blinder Hund wohl nur verhalten Jagen würde... Wie man sich doch irren kann...

LIeben Gruß von

Wonda
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Alt 29.05.2010, 08:50   #2
Katja
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Huhu Wonda,

ich musste doch ein wenig grinsen als ich dein Posting gelesen habe - herzlichen Glückwunsch, du hast einen Podenco

Mich wunderts nicht, dass Suerte jagdlich äußerst ambitioniert is. Podis sind ja im Gegensatz zu Galgos keine reinen Sichtjäger. Camaron würde garantiert auch blind noch auf die Jagd gehen wollen! Wenn ich so darüber nachdenke fällt mir eigentlich gar nix ein, was ihn davon abhalten würde

Hab ja jetzt nun kein blindes Jagdschwein, nur ein dreibeiniges, aber ich kann mir das mit der Schleppfährte durchaus vorstellen. Berichte doch bitte weiter, ich finde das Thema sehr spannend und es ist ganz bestimmt auch für andere, die vor ähnliche Herausforderungen gestellt werden, interessant.
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Alt 29.05.2010, 09:41   #3
lisli
Mein Glück hat 3 Pfoten
 

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Hallo Wonda,

das finde ich nun mal ein interessanter Thread. Wie Katjas ist meine Jagdnase auch dreibeinig aber auch ein Podenco (resp. Podencomischling). Ich kann sie zum Glück frei lassen, wir sind aber schweeeer am Üben, dass Dinge wie Abrufen etc. klappen. Ich finde es total schwierig sie auf mich zu konzentrieren wenn wir draussen sind. Da gibt es tausend gute Gerüche und andere Reize - da bin ich einfach nicht mehr interessant. Ich arbeite viel mit Leckerchen, jeder Blick zurück gibt ein Klick und ein Leckerchen, ich lasse sie auch Leckerchen suchen, was sie sehr gerne macht *zum glück* und seit neustem arbeiten wir auch mit dem Futterdummy was mal gut mal weniger gut klappt. Ich habe schon jenstes versucht: Unterordnung/Gehorsam - haben wir ganz schnell wieder aufgegeben, das macht ihr einfach keinen Spass (was für ein Gegensatz zum Labi den ich hatte, die hat alles gemacht wenn es nur ein Leckerchen dafür gab:-)), Spielen geht auch nicht, od. nur manchmal, was sie noch gerne machen würde, aber wegen ihrer Dreibeinigkeit nicht darf ist Bällen nachrennen und aportieren (was wiederum eigentlich sowieso nicht gut ist bei einem Jagdhund, weil der ja allem was sich bewegt nachrennen will)..... ist echt eine herausforderung.......


Aber der Jagdtrieb an sich macht mir schon auch etwas sorgen und hat mich schon so manches mal zur Verzweiflung gebracht.
Wald ist ohne Leine natürlich tabu, aber auch auf dem Feld kann mal was sein und v.a. auch Katzen. Wenn sie mal hinter einer Katze her saust (was leider trotz all meinen Bemühungen ab und an passiert, die sind einfach überall:-() dann nützt nichts mehr. Sie hört nichts mehr, es ist ihr total egal wo ich bin......... keine Chance. Was mittlerweile gebessert hat ist den Vögeln hinterher jagen. Ab und an saust sie noch, kehrt dann aber ganz schnell wieder um.
Was im Moment wieder total "in" ist, sind Mäuse suchen auf der Wiese. Das könnte sie Stundenlang, doof nur, dass Frauchen einfach weiterläuft - da muss man nachher so weit hinterher rennen

Grad morgens früh wenns noch Viehcher hat auf den Feldern nehm ich sie an der Schleppe, aber dann ist sie einfach nicht ausgelastet, die will rennen, rennen, rennen........

Ich habe mir gestern das Buch "Das unerwünschte Jagdverhalten des Hundes" von Clarissa v. Reinhardt gekauft, habe erst etwas drin geschnüffelt, aber habe gehört, dass es sehr gut sein soll. Kann dann gerne berichten wenn ichs gelesen habe.

Sorry, das ist etwas lang geworden, aber ein Thema das mich auch sehr beschäftigt......
__________________
Liebe Grüsse Elisa mit dreibeinchen TEKA und TINKA für immer im Herzen
lisli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2010, 01:19   #4
kira
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Zitat:
Zitat von Wonda
Wie man sich doch irren kann...

Wonda
Hihi, so unterschiedlich sind unsere Hunde.
Trotz Husky hatte Kira noch nie einen stark
ausgeprägten Jagdtrieb.

Auch wo sie noch alles sehen konnte.
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Alt 30.05.2010, 03:24   #5
Kim
Strubbel
 
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Zitat:
Zitat von Wonda Beitrag anzeigen
Ich habe mir heute einen Felldummy und Kaninchenduft ausgeliehen und damit wollen wir mal versuchen, ihn mit einer Schleppe auszulasten oder ihn dem Geräusch des Dummys an der Reizangel nachzugehen.
Reizangel würde ich erst mal nicht machen. Lass ihn an dem Kaninchendummy riechen. Lass ihn absitzen, wenn er nicht alleine sitzen bleibt such jemand der ihn festhält. Dann kannst Du das Dummy nämlich verstecken, ohne Schleppe zu ziehen. Mit Hund an der Schleppleine kannst Du ihn dann gezielt zum suchen des Dummys schicken. Wenn es soweit klappt dass er weiß dass er das Dummy zu Dir bringen muss hast Du einen riesen Schritt erreicht.
Du kannst auch einen Suchenpfiff etablieren, ein Signal wo Dein Hund dann lernt, Nase runter und ich finde was weil Frauchen mir das mit dem Pfiff gesagt hat.

Schleppen sind eh immer gut, weil sie den Hund absolut auslasten. Ich würde mit einer kleinen anfangen, so 30m. An der Ansatzstelle ruhig das Dummy mit dem Duft dran kräftig auf die Erde reiben und den Boden etwas aufwühlen. Auch ein blinder Hund erkennt Bodenverwundungen durch Nase und Tastsinn der Pfoten. Wenn er gelernt hat eine gerade Schleppe zu laufen kannst Du die Schwierigkeit steigern indem Du einen Winkel einbaust, oder die Länge der Schleppe erhöhst, Geländeübergänge mit einbeziehst oder die Stehzeit der Schleppe erhöhst.

Viel Spaß dabei, es ist eine tolle Sache um einen Hund mit Jagdtrieb zu beschäftigen.
__________________
liebe Grüße Heike mit
Jamie, Aston, Indiana und
den Katzen Coopa und Lenny
sowie 6 Hühner und 1 Hahn, 3 Kaninchen, 17 Schafe und 17 Rinder

Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.

(Epiktet)






Kim ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.05.2010, 08:57   #6
Wonda
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Hab ja jetzt nun kein blindes Jagdschwein, nur ein dreibeiniges, aber ich kann mir das mit der Schleppfährte durchaus vorstellen. Berichte doch bitte weiter, ich finde das Thema sehr spannend und es ist ganz bestimmt auch für andere, die vor ähnliche Herausforderungen gestellt werden, interessant.[/quote]

Wir haben ihm gestern mal den Felldummy vor die Nase gehalten und - schwupp - wir hatten einen feurigen Podi. Dann ein paar Tropfen Hasenduft auf den Dummy und raus mit dem HUnd ins Feld. Zuerst hat er einen anderen Hund bemerkt und sich aufgeführt, da war der Dummy total uninteressant. Aber nachdem er sich wieder eingekriegt hat, fand er den Dummy plötzlich toll. Ich hatte den an eine dünne Leine gebunden und dann ging's ab. Er hat ihn, natürlich nur im kleinen RAdius um mich herum und an der Flexi, gehetzt und gehetzt, gepackt, geschüttelt, wieder verloren, wieder gehetzt. Wir haben unseren Hund noch nie so glücklich erlebt! Beim zweiten Schütteln war er dann wohl der Meinung, das Kaninchen müßte tot sein und ist Schnüffeln gegangen. Mal sehen, ob nicht woanders noch welche sind. Und nach 100 Metern war wieder eins da... Roch wie das Erste (war es ja auch), und schon wurde wieder gehetzt und zu Schluss getötet. Danach hing ihm die Zunge aus dem Hals und er trottete zufrieden mit zum Auto. Der Dummy sah übel aus...

Wir wollen jetzt Blind-Hund-Dummy selber bauen und bestellen uns Kaninchenfelle vom Züchter (ist artgerechter als Massenhaltung, aus der die fertigen Dummys sicher stammen)und zum Beispiel einen Klingelball damit ummanteln. Oder einen Überzug über einen Futterdummy daraus machen und da ist dann Fleisch drin. Mal sehen, was er so alles gut findet.

Wir werden berichten.

Lieben Gruß von

Wonda
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Stichworte
felldummy, jagen, kaninchen

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