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Alt 04.03.2016, 12:59   #1
MsLieschen
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Standard Kreuzbandanriss

Hallo liebe Foris,

Es ist dann wohl so weit, unser Jungspunt kommt ins gebrechliche Seniorenalter und die Probleme beginnen : (

Unsere 10jährige Schäferhündin ist eigentlich topfit, keiner glaubt mir, dass sie schon 10 wird dieses Jahr. Sie ist wie immer enorm leistungsbereit und bewegungsfreudig....aber da war auf einmal dieses leichte Entlasten des Hinterbeins nach längerer Belastung.
Also das Mäuschen gestern schlafen gelegt und ins CT geschoben, Diagnose: Entzündung im Kniegelenk aufgrund eines Anrisses des Kreuzbandes.

Der TA rät zur OP mit dem Verfahren der TPLO. Für diejenigen, die noch nichts davon gehört haben ein kurzer Abriss wie die TPLO funktioniert:
Um das Kreuzband zu entlasten wird unterhalb des Kniegelenks ein kreisförmiger Schnitt durch den Unterschenkelknochen gemacht, dieser dann verschoben und mittels Implantat in der neuen Position fixiert.
Selbstredend spricht der potentiell operierende Arzt von einer hohen Erfolgsrate und nahezu voller Belastbarkeit des Hundes nach durchgestandener Schonphase. Bitte nicht diffamierend lesen, die Diagnostik war einsame Spitze und ich kann diesen TA nur weiter empfehlen...aber ein Chirurg operiert nunmal zumeist sehr gerne....

Warum ich nun am Zweifeln bin: Studien zu dieser Operationstechnik geben ein ganz anderes Bild. Nur 50% der operierten Hunde sind danach lahmfrei und das Risiko, dass das Implantat nicht vertragen wird oder nicht richtig halten liegen bei knapp 20%. Zudem gibt es danach keine Möglichkeit mehr operativ weitere Schritte zu gehen. Ich sehe es daher derzeit eher als letzten Schritt, wie als ersten.

Eine weitere Möglichkeit stellt die (wohl veraltete) Kapselraffung da. Hierbei wird, soweit ich das verstanden habe, durch einen Faden das Kreuzband direkt entlastet. Abgeraten wird diese Methode bei Hunden über 25 kg und bei aktiven Hunden. Beides trifft auf mein Mäuschen zu : (

Im Moment belastet Corry das Bein zumeist vollständig und benötigt nur seltenst Schmerzmittel. Natürlich habe ich jetzt Angst, dass das Band ganz reißt wenn ich nichts unternehme oder aber, dass durch diese OP erstrecht die Probleme beginnen.
Zudem denke ich da natürlich an ihr Alter nicht unser Geld, das ist absolut zweitrangig! Was ich damit meine ist, dass sie für ihr Alter ausgesprochen fit ist ich mir aber auch bewusst bin, dass sie es in 3 Jahren nicht mehr ist weil sie dann einfach schon 13 Jahre alt sein wird und nunmal der Zahn der Zeit auch an ihr nagen wird. Ich stelle mir also momentan die Frage in wieweit ich dem Hund nun mit so einem krassen Eingriff helfe oder eben eher schade, denn der generelle Abbau hat ja bereits begonnen und was passiert wenn ich den Hund jetzt mindestens ein halbes Jahr außer Gefecht setzte? Alle Tierärzte sind stets begeistert wie fit sie trotz ihrer ganzen Gebrechen noch ist und bestätigen, dass das vor allem durch unsere stetige Arbeit der Fall ist. Ich hoffe ihr versteht meine Gedankenzüge?

Ich habe heute Morgen dann jemanden angeschrieben, der Orthesen und Bandagen für Hunde mit dieser Problematik anfertigt und warte noch auf Antwort.
(http://www.petsupport.de/index_2.htm)
Zudem werde ich meine Physio anrufen und sie um Rat bitten.

Ich weiß, auch ihr habt keine Glaskugel mit der ihr Corrys Zukunft sehen könnt, aber manchmal hilft ein Statement eines Aussenstehenden ungemein.

Niedergeschmetterte Grüße
Kathi mit Großbaustellenhund Corry

P.S.: entschuldigt bitte den mega Text, aber ich hoffe euch so die bestmögliche Info geben zu können und zu zeigen wie ernst es mir mit der Problematik ist.
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Man kann nich die Hunde der ganzen Welt retten, aber die ganze Welt eines Hundes.
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Alt 05.03.2016, 17:40   #2
Elibob
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Das ist wirklich ein mega Kathi! Kann das gut nachvollziehen.
Nur immer DIESE Frage, WAS soll man tun! Ehrlich gesagt, ich kann da nicht weiterhelfen, doch ich finde gut, was Du so alles unternimmst. Warte doch mal die Antwort ab, vielleicht bekommst Du da noch mehr Ideen und Infos!
Wir drücken alle Daumen und bitt e halte uns auf dem laufenden.
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Liebe Grüße
von Elisabeth mit Quando, Prinz und Dreibeinchen-Mara
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Alt 07.03.2016, 20:39   #3
sukadeva
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Ich hatte einen kleinen Hund (12 kg) der einen Kreuzbandriss hinten hatte mit 9 oder 10 Jahren. So genau weis ich das garnicht mehr. Der Tierarzt hat mir damals abgeraten zu operieren weil die Gelenke sowieso nicht gut durchblutet seien und er schon so alt ist.
Außerdem haben wir damals entdeckt dass schon ein Nagel im Beinchen war.
Anscheinend hatte er wohl mal etwas gebrochen. Wußte ich vorher nicht.
Er war ein Tierheimhund den ich mit über 5 Jahren übernommen hatte.
Er ist samt Nagel und Kreuzbandriss 15 Jahre alt geworden. Hat später das Beinchen immer ein bischen geschont.
Habe ihn keine Treppen mehr raufspringen lassen und immer ins Auto reingetragen.
Ist halt schwierig bei einem großen Hund aber mit Einsteighilfe würde das auch gehen.
Er hat sich beim Hinsetzen immer ein bischen auf die verletzte Seite gesetzt.
Über große Gräben durfte er nicht mehr hüpfen. Schmerzen hat er nur in den ersten 3 Wochen angezeigt.
Wir sind bestimmt über 2 Monate nur an der Schleppleine Gassi gegangen. Die ersten Wochen sogar an der kurzen Leine.
Das Kreuzbein war laut Tierarzt aber ganz abgerissen und die Muskeln haben die Arbeit mehr oder weniger übernommen.
Was spricht bei eurem Hund dageben noch ein paar Wochen abzuwarten?
Kann man dann nicht mehr operieren falls notwendig?

LG und guten Besserung dem Hundi
Sukadeva mit Surya an der Seite und Jerry im Herzen.
__________________
Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu.

Geändert von sukadeva (07.03.2016 um 20:41 Uhr)
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Alt 08.03.2016, 14:09   #4
MsLieschen
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Hallo ihr zwei,

Danke für eure Antworten.

Es gibt einige Neuigkeiten:
Meine Physio hat angerufen und konnte mir einen positiven Bericht über einen großen, schweren Hund geben, welcher nicht operiert wurde und stattdessen eine Orthese erhielt.
Hoffnungsvoll haben wir nun für nächste Woche einen Termin bei Herrn Pfaff gemacht um unserem Mädchen so die OP ersparen zu können.

Ein erster Termin für das Training auf dem Unterwasserlaufband ist auch schon gemacht.
Jetzt heißt es also erstmal durchhalten in der Schonzeit und hoffen!

Bis jetzt sieht alles ganz gut aus und noch ist das Mädchen sehr brav und nölt nicht wegen dem Leinenknast....obwohl nochmal Schnee gefallen ist und sie nicht toben darf, armes Ding.

Wieder etwas hoffnungsvollere Grüße
Kathi und die tapfere Corry
__________________
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Alt 11.03.2016, 18:54   #5
Capi
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Servus,
bei dem 12 Jahre alten, leichten Hund eines Freundes hat man am Knie irgendwelche Gewebe übereinandergelappt zusammengenäht. Hat super funktioniert und war nur eine kleine OP.
Linda und die Rolligang
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